PERENTEROL Kaps 250 mg 10 Stk
Rezeptpflichtiges Medikament
- PZN / EAN
- CH01491649 / 7680475710227
- Darreichung
- Kapseln
- Hersteller
- Zambon Switzerland Ltd
Produktdetails & Pflichtangaben
Wirkstoffe
- 250 mg Saccharomyces boulardii lyophilisiert
Hilfsstoffe
- Gelatine
- Magnesium stearat
- 32.5 mg Lactose-1-Wasser
- Titandioxid (E171)
Saccharomyces boulardii (Saccharomyces boulardii CNCM I-745) cryodesiccatus.
HilfsstoffePerenterol 250Beutel mit Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen: Lactosum monohydricum (32,5 mg), Fructosum (471,9 mg), Silica colloidalis anhydrica, Aromatica (Tutti-Frutti, cum 0,1 mg Sorbitolum E420).
Kapseln: Lactosum monohydricum (32,5 mg), Magnesii stearas. Kapselhülle: Gelatina, E171 (Titanii dioxidum).
Perenterol 500Beutel mit Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen: Lactosum monohydricum (65 mg), Fructosum (943,8 mg), Silica colloidalis anhydrica, Aromatica (Tutti-Frutti, cum 0,218 mg Sorbitolum E420).
Darreichungsform und Wirkstoffmenge pro EinheitPerenterol 2501 Beutel mit Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen enthält: 250 ,mg Saccharomyces boulardii lyophilisiert, entsprechend mindestens 2 Milliarden lebensfähiger Zellen.
1 Kapsel enthält: 250 mg Saccharomyces boulardii lyophilisiert, entsprechend mindestens 2 Milliarden lebensfähiger Zellen.
Perenterol 5001 Beutel mit Pulver zur Herstellung einer Suspension zum Einnehmen enthält: 500 ,mg Saccharomyces boulardii, lyophilisiert, entsprechend mindestens 4 Milliarden lebensfähiger Zellen.
Indikationen/AnwendungsmöglichkeitenBehandlung von Durchfallerkrankungen, wie z.B. Reisediarrhö, Vorbeugung und Therapie von antibiotikabedingter Diarrhö, Diarrhö infolge Sondenernährung.
Dosierung/AnwendungDiarrhöAnfangsdosierung: am 1. Tag 2 Beutel Perenterol 250 oder 2 Kapseln Perenterol 250 (1 ,am Morgen und 1 am Abend).
Weitere Dosierung: an den folgenden Tagen 1 Beutel Perenterol 250 oder 1 Kapsel Perenterol 250 täglich, bis keine Symptome mehr auftreten.
Auf ärztliche Verordnung:
500 mg/Tag, d.h. 2 ,Beutel Perenterol 250, 2 Kapseln Perenterol 250 oder 1 Beutel Perenterol 500 täglich.
Erbricht der Patient innerhalb von 1 Stunde nach der Arzneimittelgabe, muss die Einnahme wiederholt werden.
Perenterol kann Säuglingen, Kindern und Erwachsenen in gleicher Dosierung verabreicht werden.
Antibiotikabedingte Diarrhö (Prävention und Therapie)Dosierung: bis zu 1 g/Tag, d.h. bis zu 4 Kapseln Perenterol 250, 4 ,Beutel Perenterol 250 oder 2 ,Beutel Perenterol 500 täglich.
Diarrhö infolge SondenernährungDosierung: bis zu 2 g/Tag, d.h. bis zu 8 Beutel Perenterol 250 oder 4 Beutel Perenterol 500 täglich.
AnwendungBeutelDen Inhalt des Beutels mit Flüssigkeit oder breiiger Nahrung mischen, dann einnehmen.
Für Säuglinge: den Inhalt des Beutels auf den Brei streuen oder in die Flasche geben. Darauf achten, dass die Nahrung nicht zu heiss ist (nicht über 50 °,C).
KapselnDie Kapsel mit wenig Flüssigkeit schlucken.
Perenterol kann zu jeder Tageszeit eingenommen werden, die präprandiale Gabe bewirkt einen schnelleren Wirkungseintritt. Das Arzneimittel kann auch zusammen mit einem Antibiotikum eingenommen werden, nicht aber zusammen mit einem Antimykotikum (siehe «,Interaktionen»,).
Wegen des Risikos einer Kontamination durch die Luft sollten die Beutel oder Kapseln nicht in den Patientenzimmern geöffnet werden. Medizinische Fachpersonen sollten während des Umgangs mit Probiotika für die Verabreichung Handschuhe tragen und diese sofort entsorgen, sowie sich die Hände gründlich waschen (siehe «,Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»,).
Kontraindikationenüberempfindlichkeit gegenüber dem Wirkstoff oder einem der Hilfsstoffe gemäss Zusammensetzung. Hefeallergie, insbesondere gegen Saccharomyces boulardii. Wegen des bisher nicht einschätzbaren Risikos einer generalisierten Besiedelung mit Saccharomyces boulardii dürfen schwerkranke Patienten, Patienten mit geschwächter Immunabwehr (z.B. HIV-Infektionen, Organtransplantation, Leukämie, bösartige Tumore, Bestrahlung, Chemotherapie, langzeitig hochdosierte Kortisonbehandlung) und Patienten mit Zentralvenenkathetern dieses Arzneimittel nicht anwenden.
Warnhinweise und VorsichtsmassnahmenJe nach Zustand und Alter des Patienten sowie der Schwere der Diarrhö ist für eine ausreichende Rehydratation zu sorgen.
Es wurde über sehr seltene Fälle von Fungämie (und auf Saccharomyces-Stämme positive Blutkulturen) und Sepsis berichtet, hauptsächlich bei Patienten mit Zentralvenenkathetern, schwerkranken oder immungeschwächten Patienten. Diese Fälle äusserten sich meist mit Fieber. Die meisten von diesen Fällen zeigten nach Absetzen der Behandlung mit Saccharomyces boulardii, nach einer Behandlung mit Antimykotika und gegebenenfalls nach Entfernen des Katheters einen günstigen Verlauf. Der Ausgang war jedoch bei einigen schwerkranken Patienten tödlich (siehe «,Kontraindikationen», und «,Unerwünschte Wirkungen»,).
Wie bei allen Arzneimitteln, welche aus lebenden Mikroorganismen hergestellt werden, ist besondere Aufmerksamkeit beim Umgang mit dem Produkt erforderlich: hauptsächlich in Gegenwart von Patienten mit einem Zentralvenenkatheter, aber auch mit einem peripheren Katheter, sogar wenn diese nicht selbst mit Saccharomyces boulardii behandelt werden, um jegliche Kontamination über die Hände und/oder die Ausbreitung von Mikroorganismen durch die Luft zu vermeiden (siehe «,Dosierung/Anwendung»,).
Da Perenterol aus lebenden Zellen besteht, darf das Arzneimittel nicht mit einer zu heissen (über 50 °,C), eiskalten oder alkoholhaltigen Flüssigkeit oder Speise gemischt werden.
Perenterol 250 Kapseln und Beutel enthalten 32,5 mg Lactose pro Kapsel bzw. Beutel. Perenterol 500 Beutel enthalten 65,0 mg Lactose pro Beutel. Patienten mit der seltenen hereditären Galactose-Intoleranz, völligem Lactase-Mangel oder Glucose-Galactose-Malabsorption sollten dieses Arzneimittel nicht anwenden.
Perenterol 250 Beutel enthalten 471,9 mg Fructose und 0,1 mg Sorbitol pro Beutel. Perenterol 500 Beutel enthalten 943,8 mg Fructose und 0,2 mg Sorbitol pro Beutel. Patienten mit hereditärer Fructoseintoleranz (HFI) dürfen dieses Arzneimittel nicht einnehmen.
Bei chronischer Anwendung, z.B. über zwei Wochen oder länger, können Perenterol Beutel schädlich für die Zähne sein.
InteraktionenDer Wirkstoff, Saccharomyces boulardii, ist empfindlich gegen Antimykotika. Perenterol kann deshalb nicht mit diesen Arzneimitteln zusammen angewendet werden. Saccharomyces boulardii verursacht möglicherweise falsch positive Befunde bei mikrobiologischen Stuhluntersuchungen.
Schwangerschaft/StillzeitEs sind weder kontrollierte Studien bei Tieren noch bei schwangeren Frauen verfügbar. Da die Hefepilzzellen, die in Perenterol enthalten sind, nicht resorbiert werden, gibt es keine Hinweise darauf, dass ein Risiko für den Fötus oder das Kind besteht.
Wirkung auf die Fahrtüchtigkeit und auf das Bedienen von MaschinenObwohl mit Perenterol keine entsprechenden Studien durchgeführt wurden, sind keine Wirkungen auf die Fahrtüchtigkeit und das Bedienen von Maschinen zu erwarten.
Unerwünschte WirkungenDie unerwünschten Wirkungen sind nach MedDRA-Systemorganklassen und Häufigkeit gemäss folgender Konvention geordnet: sehr häufig (&ge,1/10), häufig (&ge,1/100 bis <,1/10), gelegentlich (&ge,1/1'000 bis <,1/100), selten (&ge,1/10'000 bis <,1/1'000), sehr selten (<,1/10'000), nicht bekannt (kann aus den verfügbaren Daten nicht abgeschätzt werden).
Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am VerabreichungsortSehr selten: Fieber (im Zusammenhang mit systemischen Infektionen durch Saccharomyces).
Infektionen und parasitäre ErkrankungenSehr selten: Fungämie bei schwerkranken oder immungeschwächten Patienten oder Patienten mit Zentralvenenkathetern (siehe «,Warnhinweise und Vorsichtsmassnahmen»,).
Nicht bekannt: Sepsis bei schwerkranken oder immungeschwächten Patienten.
Erkrankungen der Haut und des UnterhautgewebesSehr selten: Juckreiz, Urtikaria, lokales oder generalisiertes Exanthem, Hautrötung sowie Quincke-ödem.
Erkrankungen des ImmunsystemsSehr selten: Anaphylaktischer Schock, anaphylaktische Reaktion.
Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und MediastinumsSehr selten: Atemnot.
Erkrankungen des GastrointestinaltraktsSelten: Blähungen.
Nicht bekannt: Obstipation.
Die Meldung des Verdachts auf Nebenwirkungen nach der Zulassung ist von grosser Wichtigkeit. Sie ermöglicht eine kontinuierliche überwachung des Nutzen-Risiko-Verhältnisses des Arzneimittels. Angehörige von Gesundheitsberufen sind aufgefordert, jeden Verdacht einer neuen oder schwerwiegenden Nebenwirkung über das Online-Portal ElViS (Electronic Vigilance System) anzuzeigen. Informationen dazu finden Sie unter www.swissmedic.ch.
ÜberdosierungAufgrund der Pharmakokinetik des Arzneimittels sind im Falle einer überdosierung keine Symptome zu erwarten.
Eigenschaften/WirkungenATC-CodeA07FA02 (antidiarrhoisch wirkende Mikroorganismen)
Der Wirkstoff von Perenterol ist ein Hefepilz (Saccharomyces boulardii CNCM I-745), der das Gleichgewicht im ökosystem des Verdauungstraktes wiederherstellt. Saccharomyces boulardii übt im Tiermodell eine protektive, präventive und/oder kurative Wirkung bei Diarrhöen verschiedener Genese aus: Diarrhö bei Infektionen mit enterotoxinogenen Escherichia coli, durch Clostridium difficile verursachte Colitiden, Candidose des Verdauungstraktes oder intestinaler Amöbiase bei Entamoeba histolytica.
WirkungsmechanismusDie im Tiermodell beobachtete Wirkung wird durch den folgenden Mechanismus erklärt:
Hemmung der Wirkung oder der Produktion der bakteriellen Toxine, wie z.B. des thermostabilen Enterotoxins von Escherichia coli, des Choleratoxins oder des Cytotoxins von Clostridium difficile.
Verstärkung der nichtspezifischen antiinfektiösen Abwehr.
Mikrobieller Antagonismus gegen verschiedene pathogene Mikroorganismen: Escherichia coli, Salmonella typhi, Shigella dysenteriae, Candida albicans.
Verstärkung der Aktivität der intestinalen Disaccharidasen.
PharmakodynamikKeine Angaben.
Klinische WirksamkeitKeine Angaben.
PharmakokinetikAbsorptionPerenterol wird nicht resorbiert.
DistributionKeine Daten vorhanden.
MetabolismusKeine Daten vorhanden.
EliminationBeim Tier werden nach regelmässiger Anwendung lebende Zellen von Saccharomyces boulardii in den Exkrementen 8-48 Std. nach Einnahme und noch bis 2-6 Tage nach Behandlungsende gefunden.
Beim Menschen werden lebende Zellen im Stuhl gefunden, die Halbwertszeit der fäkalen Ausscheidung beträgt etwa 6 Std.
Der Steady-State wird am 3. Behandlungstag erreicht.
5-6 Tage nach Behandlungsende können im Stuhl keine lebenden Hefezellen mehr nachgewiesen werden.
Präklinische DatenStudien der akuten und chronischen Toxizität, welche am Tier (Ratte, Maus, Kaninchen und Hund) durchgeführt wurden, zeigen auch mit hohen Dosen keine besondere Toxizität. Mutagenitätstests an Bakterien (Ames-Test) zeigten keinerlei mutagene Wirkung.
Sonstige HinweiseInkompatibilitätenDa Perenterol aus lebenden Zellen besteht, darf das Arzneimittel nicht mit einer zu heissen (über 50 °,C), eiskalten oder alkoholhaltigen Flüssigkeit oder Speise gemischt werden.
HaltbarkeitDas Arzneimittel darf nur bis zu dem auf dem Behälter mit «,EXP», bezeichneten Datum verwendet werden.
Besondere LagerungshinweiseBei 15-30 °,C lagern und für Kinder unzugänglich aufbewahren.
Hinweise für die HandhabungUm exogene Kontaminationen zu vermeiden ist vom öffnen der Kapseln oder dem öffnen der Beutel in den Patientenzimmern abzusehen.
Zulassungsnummer47571, 47572 (Swissmedic).
ZulassungsinhaberinZambon Schweiz AG, 6814 Cadempino
Stand der InformationDezember 2023