Reizdarm – Symptome, Ursachen und Behandlung

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Wiederkehrende Bauchschmerzen, Blähungen, Durchfall und/oder Verstopfungen, damit haben Menschen zu kämpfen, die unter einem Reizdarm leiden. Zwar sind diese Probleme des Verdauungstraktes in der Regel ungefährlich, dennoch können sie die Lebensqualität stark beeinträchtigen. Erfahren Sie in unserem Ratgeber alles Wichtige zum Thema Reizdarm.
Was ist ein Reizdarm?
Das Reizdarmsyndrom kennzeichnet eine funktionelle gastrointestinale Störung, die unterschiedliche Beschwerden hervorrufen kann. Laut der Deutschen Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten liegt das Reizdarmsyndrom (RDS) vor, wenn:
- Die Beschwerden chronisch sind (länger als drei Monate bestehen) und in der Regel mit veränderten Stuhlgängen einhergehen
- Die Symptome die Lebensqualität beeinträchtigen
- Keine anderen Krankheiten für die Darmprobleme verantwortlich sind
Die genaue Ursache des RDS ist nicht vollständig geklärt, aber es wird angenommen, dass eine Kombination aus gestörter Darm-Hirn-Achse, veränderter Darmmotilität, Überempfindlichkeit des Darms und psychosozialen Faktoren eine Rolle spielt.
Was sind Symptome eines Reizdarms?
Die Beschwerden bei einem Reizdarm sind eher unspezifisch und können somit sehr unterschiedlich sein. Die Ausprägung und Intensität ist ebenfalls von Mensch zu Mensch verschieden. Häufig ist der Stuhl verändert, aber es gibt genauso gut Betroffene, auf die das nicht zutrifft. Prinzipiell sind folgende Symptome möglich:
- Verstopfungen (Stuhl: hart, meist nur dreimal pro Woche oder weniger)
- Durchfall (Stuhl: weich bis flüssig, oft dreimal pro Tag oder mehr)
- Blähungen
- Wiederkehrende Bauchschmerzen (stechend, dumpf, krampfartig oder wie ein Seitenstich)
- Blähbauch
- Übelkeit
Es lassen sich vier verschiedene Typen unterscheiden:
- Verstopfungs-Typ
- Schmerz-Typ
- Durchfall-Typ
- Blähungs-Typ
Es sind natürlich auch Mischtypen möglich. So gehen oft mehrere Beschwerden Hand in Hand. Dazu gesellt sich häufig ein Völlegefühl, das auch ohne vorherige Nahrungsaufnahme auftreten kann. Teilweise haben die Betroffenen das Gefühl, dass sich der Darm nicht richtig entleert, obwohl die Beschwerden nach dem Stuhlgang meist besser werden. Schleimbeimengungen sind ebenfalls keine Seltenheit.
Ein Reizdarm ist normalerweise weder gefährlich noch führt er zu Folgeerkrankungen. Allerdings kann er die Betroffenen und ihr Leben stark beeinträchtigen. Das Reizdarmsyndrom kann so belastend sein, dass es sich auf die Psyche auswirken kann. Es sind auch folgende Symptome möglich:
- Kopfschmerzen
- Migräne
- Unterbauchschmerzen vor und während der Menstruation
- Seelische Erkrankungen wie zum Beispiel Depressionen und Angststörungen
- Müdigkeit
- Erschöpfung
Wann ist es kein Reizdarm?
Die Beschwerden können aber auch Teil anderer Erkrankungen sein, wie zum Beispiel von chronisch-entzündlichen Darmerkrankungen wie Morbus Crohn oder Colitis ulcerosa. Auch Tumore oder Nahrungsmittelunverträglichkeiten, Endometriose oder Stoffwechselerkrankungen wie eine Über- oder Unterfunktion der Schilddrüse können unter anderem für Probleme im Verdauungstrakt verantwortlich sein. Was auf jeden Fall nicht zu den Symptomen eines Reizdarmes gehört, ist: Fieber, Blut im Stuhl, starker Gewichtsverlust und nächtliche Diarrhoe.
Was sind Ursachen eines Reizdarms?
Die Ursachen eines Reizdarmsyndroms sind nicht geklärt. Es gibt verschiedene Faktoren, die eventuell die Beschwerden auslösen oder verstärken können. Dazu gehören:
- Gestörte Darmtätigkeit
- Stress
- Psychische Beschwerden (zum Beispiel Depressionen oder Angststörungen)
- Erbliche Vorbelastung
- Bakterielle Infektionen
- Veränderte Darmflora
- Entzündung oder Überempfindlichkeit der Darmschleimhaut
- Nahrungsmittelunverträglichkeiten
- Störung der Darmmuskulatur
Ein Reizdarm kann auch einen psychosomatischen Ursprung haben. Seelische Probleme verursachen dann körperliche Beschwerden.
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Wie wird Reizdarm diagnostiziert?
Die Diagnose „Reizdarm“ erfolgt nach einem Ausschlussprinzip. Grund dafür ist, dass es keine spezifischen Labor- bzw. Bildgebungsbefunde gibt, die das RDS direkt nachweisen. Fachkräfte im Gesundheitswesen nutzen daher verschiedene Untersuchungen, um die Erkrankung auszuschließen. Als Erstes erfolgt das Patientengespräch (Anamnese), bei dem sich unter anderem ein Bild über die Beschwerden gemacht wird. Dort wird über die Art, die Häufigkeit und die Dauer der Beschwerden gesprochen, sowie der Zusammenhang zwischen Symptomen und anderen Faktoren wie der Nahrungsaufnahme oder Stress erläutert. Auch werden Begleitsymptome abgeklärt.
An die Anamnese schließt sich eine körperliche Untersuchung an. Dabei tastet das medizinische Fachpersonal den Bauch in der Regel ab, um ihn auf Verhärtungen oder Druckempfindlichkeit zu untersuchen. Mit einem Stethoskop hört der Gastroenterologe oder die Gastroenterologin die Darmgeräusche Betroffener ab.
Ein Ultraschall dient nicht direkt zur Feststellung eines Reizdarmes, aber dadurch können gegebenenfalls andere Erkrankungen ausgeschlossen werden. Eine Magen- oder Darmspiegelung in einer gastroenterologischen Fachpraxis kann Aufschluss über den Zustand des Verdauungstraktes geben. Mit einer Blut- und/oder Stuhluntersuchung lassen sich mögliche Infektionen, Entzündungen oder auch Unverträglichkeiten feststellen. Für Letzteres kommt teilweise auch ein H2-Atemtest infrage, zum Beispiel bei Verdacht auf Zöliakie.
Erst wenn andere Krankheiten ausgeschlossen wurden, kann die Diagnose Reizdarm gestellt werden.
Wie wird ein Reizdarm behandelt?
Es gibt leider keine einheitliche Behandlungsmöglichkeit für das Reizdarmsyndrom. Vielmehr hängt die Therapie von der jeweiligen Person und den Beschwerden ab. Am besten sollten Betroffene ein Tagebuch führen, in dem sie die Häufigkeit, Intensität, Dauer und die Art der Beschwerden sowie die Essgewohnheiten und andere Auffälligkeiten festhalten, wie zum Beispiel Stress auf der Arbeit. Denn dadurch lassen sich manchmal Faktoren feststellen, die die Beschwerden verschlimmern oder eventuell auslösen und auf die man dann entweder ganz verzichten oder sie zumindest reduzieren kann.
Medikamente gegen Reizdarmsyndrom
Bei starken Problemen kann ein Arzt Medikamente verschreiben, die zum Beispiel die Bauchschmerzen reduzieren und krampflösend wirken, bei Durchfall beispielsweise die Gallensäure binden oder bei Verstopfungen zum Beispiel Wasser ziehen. Welcher Wirkstoff zum Einsatz kommt, hängt von den Beschwerden ab.
Abführmittel können in manchen Fällen bei Verstopfung hilfreich sein. Allerdings sollten sie nur in Rücksprache mit medizinischem Fachpersonal eingenommen werden. Die Mittel sind nicht für den Langzeitgebrauch gedacht. Schließlich reizen sie den Verdauungstrakt zusätzlich und können Nebenwirkungen mit sich bringen.

Pflanzliche Helfer bei Reizdarm
Natürlich gibt es auch pflanzliche Mittel, die die Beschwerden bei einem Reizdarm lindern können. So kommen unter anderem Folgende infrage:
- Anis: Bauchschmerzen
- Kümmel: Völlegefühl und Blähungen
- Pfefferminz (-öl): Blähungen und Krämpfe
- Fenchel: Blähungen Krämpfe und Völlegefühl
- Kamille: Blähungen und Magenkrämpfe
Homöopathische Mittel bei Reizdarm
Auch in der Homöopathie lassen sich Mittel finden, die beim Reizdarmsyndrom zum Einsatz kommen: zum Beispiel Nux vomica, Argentum nitricum oder Asa foetida. Allerdings gibt es bis jetzt keine Belege für eine positive Wirkung. Außerdem hängt das homöopathische Mittel stets von der jeweiligen Person und den Beschwerden ab. Deshalb sollte stets Rücksprache mit einem Homöopathen gehalten werden.
Hausmittel gegen Reizdarm
Neben Kräutern gibt es auch noch andere Hausmittel, die gegen Reizdarm verwendet werden. Tee sorgt beispielsweise für eine Wärme von Innen und kann bei einem Reizmagen und einer Darmreizung dank seiner beruhigenden Eigenschaft zur Linderung beitragen. Heilerde ist ebenfalls ein beliebtes Hausmittel. Es kommt häufig auch bei einer Darmsanierung zum Einsatz, da es Schadstoffe bindet und freie Radikale abbaut.
Genau wie Heilerde können auch Probiotika eine gesunde Darmflora unterstützen. Dabei handelt es sich um lebende Mikroorganismen wie Milchsäurebakterien. Probiotika können geschädigte Darmabschnitte wieder verschließen, indem sie sich auf der Darmwand ansiedeln. Sie sind beispielsweise in Joghurt enthalten. Allerdings reicht deren Wirkung meist nicht aus und bei manchen Reizdarm-Betroffenen verschlimmern Milchprodukte die Beschwerden. Es gibt verschiedene Probiotika-Produkte, die sich besser eignen können. Allerdings sollte vor der Einnahme Rücksprache mit einem Arzt oder Apotheker gehalten werden.
Welche Ernährung kann hilfreich sein bei einem Reizdarm?
Es gibt leider auch keine spezielle Diät oder Ernährungsweise, die auf jeden Fall die Beschwerden beseitigt oder zumindest lindert. Natürlich ist es generell wichtig, sich ausgewogen, gesund und ballaststoffreich zu ernähren. Während aber manche eine Besserung verspüren, wenn sie auf Hülsenfrüchte, starke Gewürze glutenhaltige oder fette Speisen verzichten, zeigt das bei anderen keinerlei Wirkung. Genauso haben manche Betroffene keine Probleme mit dem Verzehr von Milchprodukten, bei anderen sorgt der Konsum hingegen für eine Verschlimmerung. Auch hier kann ein Tagebuch hilfreich sein, um herauszufinden, ob und wenn welche Lebensmittel gemieden werden sollten.
Bei Durchfall kann es sinnvoll sein, wenig Ballaststoffe und Milchprodukte zu sich zu nehmen. Möhren, geriebener Äpfel oder auch Heilerde können zur Linderung beitragen. Bei Verstopfungen können hingegen Ballaststoffe in Kombination mit Flüssigkeit hilfreich sein. Zum Beispiel eignen sich Flohsamenschalen und Leinsamen gut. Probiotika kommen auch manchmal zum Einsatz, um die gestörte Darmflora in Balance zu bringen. Allerdings muss auch das nicht immer funktionieren. Was in Sachen Ernährung zu empfehlen ist, ist:
- Langsam essen
- Abends keine zu üppigen Mahlzeiten
- Ausreichend trinken
- Viel frisches Obst und Gemüse
- Weißmehlprodukte, Alkohol, Zitrusfrüchte, Süßigkeiten, scharfes und fettes Essen, Kaffee, Fertiggerichte und Fastfood, sollten möglichst gemieden werden
Kann eine FODMAP-Diät bei einem Reizdarm helfen?
In manchen Fällen ist auch die sogenannte FODMAP-Diät hilfreich. FODMAP steht für fermentierbare Oligosaccharide, Disaccharide, Monosaccharide und Polyole. Dabei handelt es sich um kurzkettige Kohlenhydrate und Zuckeralkohole. Egal ob Getreide, Gemüse, Hülsenfrüchte, Obst oder Milchprodukte in jeder Sparte gibt es sowohl FODMAP-reiche als auch FODMAP-arme Lebensmittel. Bei der Diät werden letztere vorgezogen. Allerdings wird von manchen kritisiert, dass die Diät zu einer Mangelversorgung führen kann. Deshalb ist es ratsam, sie nur temporär durchzuführen. Vorher und währenddessen sollte stets Rücksprache mit einem Arzt und gegebenenfalls Ernährungsberater gehalten werden.
Entspannung und Bewegung bei RDS
Entspannungsübungen und -trainings können auch sehr hilfreich sein. Schließlich verschlimmert Stress häufig die Beschwerden, bei manchen ist es sogar der alleinige Auslöser. Deshalb ist eine Stressreduktion sinnvoll. Yoga, Autogenes Training, Tai Chi, Progressive Muskelentspannung, Meditation oder Qi Gong eignen sich hervorragend, um sich zu entspannen.
Bewegung ist natürlich nie verkehrt. Denn dadurch kommt auch der Darm wieder in Schwung. Bei Bauchschmerzen können sanfte Massagen und Wärme (zum Beispiel mithilfe einer Wärmflasche) hilfreich sein.
Veröffentlicht am: 25.03.2026
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