Bluthochdruck erkennen und richtig behandeln

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Der Bluthochdruck ist eine „stille“ Erkrankung, die lange unentdeckt und unbehandelt, zu schweren Folgeerkrankungen führt. Doch durch eine gesunde Lebensweise lassen sich viele Risikofaktoren ausschalten oder der Bluthochdruck wieder in den Griff bekommen. Erfahren Sie hier wichtiges über Bluthochdruck.
Was ist Bluthochdruck?
Von Bluthochdruck (Hypertonie) spricht man, wenn der Blutdruck auf Dauer zu hoch ist. Der andauernde Druck auf die Innenwände der Gefäße schädigt diese auf lange Sicht und stellt den Risikofaktor Nr. 1 für Herzkreislauf-Erkrankungen wie Herzinfarkt, Herzschwäche und Schlaganfall dar. Schätzungen zufolge leiden in Deutschland etwa 28 % der Bevölkerung an Bluthochdruck. In Europa leiden etwa im Schnitt 45 % an Bluthochdruck. Da sich Bluthochdruck meist nicht durch Schmerzen oder andere Beschwerden bemerkbar macht, weiß etwa jeder Fünfte nicht, dass er unter Bluthochdruck leidet. Zudem lassen sich auch immer häufiger bei Kindern erhöhte Blutdruckwerte feststellen.
Wann spricht man von Bluthochdruck?
Die Deutsche Hochdruckliga grenzt den gesunden und optimalen Blutdruck von Bluthochdruck wie folgt ab (gemessen wird in der Einheit Millimeter Quecksilbersäule: mmHg):
-
Gesunder Blutdruck
- optimal: <120mmHg/<80mmHg
- normal: 120-129/80-84 mmHg
- Hochnormal: 130-139/85-89 mmHg
-
Bluthochdruck
- Grad I: 140-159/90-99 mmHg
- Grad II: 160-179/100-109 mmHg
- Grad III: >180/>110 mmHg
Was sind Ursachen für Bluthochdruck?
Bluthochdruck kann verschiedene Ursachen haben. An primärem Bluthochdruck
leiden etwa 95 Prozent der Betroffenen. Er wird in erster Linie von veränderbaren Lebensstilfaktoren ausgelöst. Dazu zählen:
- Stress
- Übergewicht
- Rauchen
- Bewegungsmangel
- eine Ernährung mit zu wenig Obst und Gemüse
- zu hoher Salz- oder Alkoholkonsum
- manche Medikamente (Ibuprofen, Cortison)
- hohe Blutfettwerte (erhöhtes Cholesterin)
Sekundärer Bluthochdruck wird neben einer erblichen Veranlagung auch von körperlichen Ursachen ausgelöst wie unter anderem von
- einer Durchblutungsstörung der Nieren
- einer erhöhten Produktion von Hormonen, wie zum Beispiel Adrenalin, oder
- Anomalien der Gefäße
Solche Vorerkrankungen spielen allerdings nur bei einem geringen Prozentsatz der Betroffenen eine Rolle.
Was sind die typischen Symptome bei Bluthochdruck?
Bluthochdruck ist keine Erkrankung, die sofort bemerkt wird – das macht sie so gefährlich. Denn früh diagnostiziert und behandelt, können die Folgeerkrankungen des Bluthochdrucks ausbleiben.
Die Beschwerden, die vor der Diagnose auftreten, sind so unspezifisch, dass die Ursache von den Betroffenen meist auf den alltäglichen Stress oder Schlafmangel zurückgeführt wird. Zusätzlich ähneln sie Symptome denen eines niedrigen Blutdrucks.
Symptome können sein:
- Schwindelgefühl
- Übelkeit
- morgendliche Kopfschmerzen
- Nervosität
- Kurzatmigkeit
- gerötetes Gesicht
- Müdigkeit
Hat der Bluthochdruck die Gefäße bereits so geschädigt, dass Folgeerkrankungen vorliegen, können sich diese wie folgt äußern:
- Herzschwäche (Herzinsuffizienz): verringerte Leistungsfähigkeit und Wassereinlagerungen (Ödeme)
- Koronare Herzkrankheit (KHK): Brustenge und Herzschmerzen (Angina pectoris)
- periphere arterielle Verschlusskrankheit (pAVK): schmerzende Beine
- hypertensive Retinopathie: abnehmende Sehschärfe und Ausfälle im Gesichtsfeld
Wie wird Bluthochdruck festgestellt?
Um Bluthochdruck zu diagnostizieren, stellt die Blutdruckmessung die wichtigste Untersuchungsmethode dar. Da der Blutdruck von verschiedenen Faktoren beeinflusst wird und über den Tagesverlauf schwankt, bedeutet ein einmalig gemessener hoher Blutdruck allerdings nicht, dass diese Erkrankung vorliegt. Viele Patienten sind nervös, wenn sie im Behandlungsraum sitzen und bekommen daher erhöhte Werte mitgeteilt.
Daher sind für eine sichere Diagnose mehrere Messungen zu verschiedenen Zeitpunkten nötig. Diese können auch durch eine Langzeitmessung, die über 24 Stunden andauert, ergänzt werden. Zusätzlich untersucht der Arzt oder die Ärztin, welche Risikofaktoren für Bluthochdruck vorliegen, indem er das Blut auf erhöhte Cholesterinwerte und den Urin auf von der Norm abweichende Werte untersucht. So ist es möglich, den primären vom sekundären Bluthochdruck abzugrenzen.
Wie wird ein Bluthochdruck behandelt?
Nicht jeder Bluthochdruck muss medikamentös behandelt werden. Allerdings sollte der Blutdruck unter einen Wert von 140-159/90-99 mmHg gedrückt werden. Als Zielwert sollte ein Bluthochdruck von 130/80 mmHg anvisiert werden.
Bei allen Graden des Bluthochdrucks helfen Änderungen des Lebensstils, wie mehr Bewegung (aber nicht übertreiben) und eine gesunde, ausgewogene Ernährung oder, falls notwendig, eine Gewichtsabnahme. Sollten diese Maßnahmen jedoch nicht ausreichen, um den Blutdruck unter 140-159/90-99 mmHg zu senken, verschreibt der Arzt oder die Ärztin zusätzlich blutdrucksenkende Medikamente.
- Betablocker: verlangsamen den Herzschlag, schützen das Herz vor der Wirkung von Stresshormonen
- Sartane (auch Angiotensin-Antagonisten) und ACE-Hemmer (Angiotensin-Converting-Enzym-Hemmer): blockieren die Produktion des körpereigenen Hormons Angiotensin, das den Blutdruck steigen lässt
- Diuretika: lassen den Druck in den Blutgefäßen durch ihre entwässernde Wirkung sinken
- Kalziumantagonisten: wirken gefäßerweiternd, so kann mehr Blut die Gefäße passieren. Dadurch sinkt der Blutdruck.Bestehen bereits Risikofaktoren wie Übergewicht, Diabetes oder Fettstoffwechselstörungen oder liegt bereits eine Herz-Kreislauferkrankung vor, wie ein Schlaganfall oder eine koronare Herzkrankheit (KHK), so kommt die medikamentöse Behandlung bereits zum Einsatz, bevor es zu einem Bluthochdruck kommt.
Was können Sie selbst bei Bluthochdruck tun?
Wenn ein Bluthochdruck diagnostiziert wurde, kann oft viel unternommen werden, um den Blutdruck zu senken, zum Beispiel indem Sie sich täglich mehr bewegen und weniger Salz zu sich nehmen. Bewegung hilft dabei die Blutgefäße geschmeidig zu machen und zu halten. Werden die Gefäße elastischer, übt ein erhöhter Herzschlag weniger Druck auf die Gefäßwände aus. Empfohlen wird ein moderates Ausdauertraining, das Sie regelmäßig für 30 bis 45 Minuten an fünf Tagen in der Woche durchführen sollten. Welche Sportart Sie dafür auswählen hängt vom Schweregrad Ihres Bluthochdrucks, Ihrem Alter, dem Gesundheitszustand und weiteren Faktoren ab. Allgemein eignen sich aber Schwimmen, Laufen, Wandern oder Nordic Walking.
Veröffentlicht am: 18.06.2026
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